24.09.2006
Schutz für natürlichen
Kühlschrank beantragt
Quartierverein möchte Kulturgut ‚Bierchäller’
für Nachwelt erhalten
p. Das ‚Hüttli’ mit der
Bezeichnung ‚Bierchäller’ ausgangs Seewen an der Lauerzerstrasse kennt fast
jeder. Doch über dessen ursprüngliche Funktion ist nur wenig bekannt. In einer
ausführlichen Reportage ist der Seebner Dorfhistoriker dem Zweck des Gebäudes
auf den Grund gegangen. Er hat das Kleinod im Detail beschrieben und dabei
Erstaunliches festgestellt (die Reportage findet sich unter
www.gasthaus-kreuz.ch/reportagen_bierchaeller.htm). Das Gebäude wurde 1893
exakt am Fuss eines Schutthanges hingestellt, also genau dort, wo dank eines
ausgeklügelten natürlichen Systems während der warmen Jahreszeit sich kalte
Luftströme sammeln. Das Gebäude-Innere besticht durch ein schönes Mauerwerk und
zahlreiche Stalaktiten an der Gewölbe-Decke. Mehr oder weniger ist das Gebäude
seit dessen Erstellung vor 113 Jahren im Original-Zustand erhalten geblieben.
Auch die ‚Kaltluftproduktion’ findet immer noch statt.
Vom Bericht angetan hat der Quartierverein Unterseewen+Seewenstrasse (QUS)
letzte Woche reagiert. Er hat die Einzigartigkeit des Gebäudes samt dem darüber
liegenden Schutthang erkannt. In einem Schreiben an die Denkmalpflege des
Kantons Schwyz sowie einem Brief an den Gemeinderat Schwyz ersucht der QUS die
Behörden, das ‚Kaltluft-Gebäude’ unter Schutz zu stellen. Konkret ersucht der
Verein die Denkmalpflege, den ‚Bierchäller’ ins KIGBO-Verzeichnis aufzunehmen.
Der Gemeinderat seinerseits soll das Objekt im Schutzzonen-Plan auflisten. Mit
seinen Anträgen möchte der Verein das Kulturgut von Amtes wegen geschützt
wissen, damit es der Nachwelt erhalten bleibt. Eine Gefahr für die natürliche
Kaltluft-Produktionsanlage nämlich sieht der QUS in einer allfälligen
oberirdischen Erweiterung des Steinbruch-Betriebes im ‚Zingel’.
Unser Bild (oben) zeigt den natürlichen Kühlschrank namens ‚Bierchäller’ am
Fusse des ‚Sitiwaldes’ am Urmiberg. Bild unten zeigt einige der wunderschönen
Stalaktiten.

