09.10.2016 Aktueller Gemeinderat gegen Umfahrungstunnel durch Urmiberg
Die Kommunalbehörde könnte Bundesgelder für den Bau einer Dorfumfahrung von Seewen beantragen, setzt aktuell aber auf andere Prioritäten
p. Es ist ein leidiges Thema, das die Bevölkerung schon seit Jahrzehnten beschäftigt: die Verkehrsflüsse durch Seewen. Aus dem einstigen Kurort der guten Luft und der Heilwasser wegen leidet Seewen heute unter der Verkehrsflut. Diese ist zum grossen Teil so von ‚Schwyz‘ gewollt, weil der Hauptort beispielsweise den Schwerverkehr lieber in die Filialen lenkt als ihn selbst zu tragen. Dass sich die betroffene Bevölkerung für etwas mehr Lebensqualität einsetzt ist daher mehr als nachvollziehbar. So fordern Gruppierungen schon seit Jahrzehnten eine Dorfumfahrung beispielsweise mittels Tunnel durch den Urmiberg. Dieser würde das Dorfzentrum massiv entlasten. Neu ist diese Idee notabene überhaupt nicht. Der Gemeinderat der 1980er Jahre selbst gleiste eine Verkehrsplanung auf mit zahlreichen damals schon visionären Lösungsansätzen. 1992 wurde ein entsprechender Plan in alle Haushaltungen verteilt (siehe nachstehend). Doch von den zukunftsträchtigen Ideen wird wohl nur eine einzige umgesetzt: die Idee einer neuen Brücke über die Muota südlich von Ibach. Die grosszügigen Verbindungsstrassen um die Dörfer herum werden dagegen immer unwahrscheinlicher – auch, weil der nachfolgende Gemeinderat andere Prioritäten setzte…
Jetzt gerade hat er wieder eine grosse Chance vertan. Nachdem der Bund die Kommunen eingeladen hatte, visionäre Infrastrukturprojekte aufzulisten und in ‚Bern‘ anzumelden, schlossen sich die Talboden-Gemeinden Schwyz, Ingenbohl und Steinen zu einer Arbeitsgruppe zusammen und listeten ihre Wünsche auf. Leider blieb der ‚Urmibergtunnel‘ auf der Strecke. Ob absichtlich oder nicht, darüber kann spekuliert werden. Denn Fakt ist, dass der Umfahrungstunnel urplötzlich aus dem Richtplan Rigi-Mythen gelöscht worden ist – auf Begehren wohl einer ‚starken Stimme‘ im Verwaltungsapparat. Denn für die Aufnahme dieses Tunnels in den Richtplan setzten sich jahrelang zahlreiche Gruppierungen und namhafte Persönlichkeiten ein.
Dem örtlichen Quartierverein Unterseewen&Seewenstrasse ist ebenfalls zu Ohren gekommen, dass Bundesgelder für Infrastrukturprojekte fliessen – sofern sie beantragt werden. Er hat daher beim Gemeinderat Schwyz angeklopft und ihn gebeten, den Tunnel im Programm mitzunehmen. Doch die Antwort, die der Quartierverein am 26. September 2016 von der Geschäftsstelle Agglomerationsprogramm erhielt, die war ernüchternd. Ihm wurde mitgeteilt, dass der ‚Umfahrungstunnel‘ nicht mehr im Richtplan aufgelistet sei und daher nicht im Agglomerationsprogramm mitgeführt werde…
(Anmerkung: Bleibt die Frage offen, ob in diesem Falle von politischer Willkür oder von Schweinerei gesprochen werden kann...)
Vor geraumer Zeit schlossen sich die Gemeinden Schwyz, Ingenbohl und Steinen zur Arbeitsgruppe ‚Agglomerationsprogramm Talkessel Schwyz‘ zusammen, um Bundesgelder für Infrastrukturprojekte abzuholen. Der Bezirk Schwyz und der Regierungsrat unterstützten dieses Vorgehen:
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Der Quartierverein Unterseewen&Seewenstrasse hat den Gemeinderat Schwyz – einmal mehr – ersucht, sich für den Umfahrungstunnel einzusetzen. Er forderte am 1. September 2016 die Behörde auf, auch für den Tunnel einzustehen, weil für die Realisierung Bundesgelder abzuholen seien.
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Die Antwort erst von der Gemeindekanzlei vom 5. September 2016 (Eingangsbestätigung) und dann von der Geschäftsstelle Agglomerationsprogramm vom 26. September 2016 war ernüchternd: der Tunnel sei nicht mehr im Richtplan aufgeführt, weshalb er nicht im Agglo-Programm enthalten sei…
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Josias Clavadetscher vom 'Bote' fasste beim Thema 'Agglomerationsprogramm' nach und stellte dabei fest, dass die Schwyzer Eingabe in Bern genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt sei:
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(Quelle: 'Bote' vom 12.10.2016)















