05.06.2025 Schönheit soll dem Geld geopfert werden
Die KIBAG-Gruppe möchte am Urmiberg weiterhin Gestein abbauen und stellt bereits erste Weichen
p. Wer erinnert sich noch: Im Vorfeld zu einer Umzonungs-Abstimmung am 1.6.2008 gingen die Emotionen hoch. Die Frage war: was ist dem Schwyzer Stimmvolk wichtiger? Monetäre Interessen oder der Erhalt eines BLN-Gebietes? Die Antwort war damals klar: das BLN-Gebiet 'Lauerzersee/Rigi' darf seiner Schönheit beraubt werden! Doch der Reihe nach: Was ist überhaupt ein BLN-Gebiet? BLN-Gebiete sind Landschaften von nationaler Bedeutung in der Schweiz, die im "Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler" (BLN) erfasst sind. Diese Gebiete zeichnen sich durch besondere landschaftliche Schönheit, ökologische Vielfalt und/oder typische Naturdenkmäler aus. Demgegenüber steht eine private Firma, die exakt in einem solchen Gebiet einen Steinbruch betreibt und ihn (theoretisch) rekultivieren müsste, da das Gestein im Tagbau aus der Wand geholt wird. Warum aber wird dem Status 'BLN' nicht soviel Beachtung beigemessen? Die Antwort: das Gestein werde zu einem grossen Teil als Bahnschotter benötigt. Und das sei im öffentlichen Interesse...
So geht die Geschichte in gleichem Stil weiter: die KIBAG-Gruppe schlägt die Werbetrommel, und die Behörde hört nur diese Taktschläge... Am 16. Juni 2025 findet im 'Gaswerk' in Seewen mit Start um 19.30 Uhr eine Werbeveranstaltung zur Steinbrucherweiterung Richtung Lauerz statt. Na dann...
Blick auf den (noch nicht rekultivierten) Steinbruch Zingel vom 'Chämiloch' aus gesehen. Der Steinbruch zieht sich über hunderte von Metern in die Breite Richtung Lauerz (rechts):
Die Gemeinde Schwyz wirbt auf ihrer homepage wie folgt für die Steinbrucherweiterung:
Erweiterung Steinbruch Zingel III: Einladung zur Informationsveranstaltung vom 16. Juni 2025
30. Mai 2025
Am Abbau von Hartgestein besteht ein nationales Interesse, weil das gewonnene Material für den Strassenbau (Hartsplitt) und insbesondere für Bahnschotter benötigt wird. Damit der bestehende Steinbruch Zingel um eine zusätzliche Etappe erweitert werden kann, muss die kommunale Nutzungsplanung angepasst werden.
Im Steinbruch Zingel wird seit 1902 Hartgestein abgebaut. Zurzeit befindet sich der Betrieb in der zweiten Etappe. Das bewilligte Abbauvolumen wird in absehbarer Zeit ausgeschöpft sein. Deshalb plant die KIBAG Kies Seewen AG die Erweiterung des Steinbruchs (dritte Abbauetappe), welche südwestlich an die zweite Etappe anschliesst. Gestützt auf eine umfassende Interessenabwägung des Amts für Raumentwicklung konnte die Erweiterung des Steinbruchs im kantonalen, vom Bundesrat genehmigten Richtplan festgesetzt werden. In einem nächsten Schritt sind nun mit der projektbezogenen Anpassung der kommunalen Nutzungsplanung die rechtlichen Voraussetzungen für die spätere Bewilligung des Vorhabens zu schaffen. Das Erlassverfahren richtet sich nach § 25 ff. des Planungs- und Baugesetzes (PBG).
Die Gemeinde Schwyz hat zusammen mit der KIBAG Kies Seewen AG den Entwurf des Zonenplans und des Baureglements erarbeitet. Das Planwerk wird ab Freitag, 20. Juni 2025, während einem Monat öffentlich einsehbar sein. Der Gemeinderat nimmt dazu Einwendungen und Vorschläge entgegen. Im Vorfeld zu diesem Mitwirkungsverfahren wird die Bevölkerung eingeladen, sich aus erster Hand über das Sachgeschäft zu informieren. Die öffentliche Veranstaltung findet am Montag, 16. Juni 2025, um 19.30 Uhr im Gaswerk Seewen statt.
'Splitt & Schotter', die jüngste Werbeschrift der KIBAG-Gruppe zum bevorstehenden Gesteinsabbau 'Zingel III'. Wer an den Urmiberg hinguckt, kann den Steinbruch mit einem bisschen Glück sehen.. Zitat von Seite 4: "Der Steinbruch sei schon fast versteckt."
05.06.2025 Ein mulmiges Gefühl nach dem Bergsturz in Blatten
Am 2. September 1806 stürzten rund 40 Millionen Kubikmeter Material auf die Talschaft zwischen Arth und dem Lauerzersee
p. Er gilt als der folgenschwerste Bergsturz in Europa, der Goldauer Bergsturz im Jahre 1806. Nahezu 600 Menschen verloren dabei ihr Leben. Zum Vergleich: am 28. Mai 2025, vor gut 10 Tagen, stürzten etwa 10 Millionen Kubikmeter Eis, Gestein, Schutt und Schlamm auf das Walliser Bergdorf Blatten im Lötschental. Dank einer vorangegangenen richtigen Interpretation wurde das Dorf vorgängig evakuiert. Zu beklagen ist trotzdem ein Todesopfer und vor alle: ein ganzes Dorf! Die rund 300 Blattnerinnen und Blattner haben so gut wie nichts mehr. Doch wie vor 219 Jahren steht jetzt die Bevölkerung der übrigen Schweiz zusammen und zeigt sich solidarisch: die Spenden zugunsten der Betroffenen sind riesig! Doch gibt es Vergleiche zwischen dem Schwyzer und dem Walliser Ereignis? - Ja! Beide Naturereignisse kündigten sich an, es gab tagelang zuvor 'Bewegungen' in der Landschaft.Doch vor 219 Jahren wurden diese Signale anders interpretiert. Mit dem bekannt folgenschweren Resultat. Ob es je wieder einmal zu einem Bergsturz kommen wird, ist wahrscheinlich. Klimaveränderung hin oder her. Ein Zitat eines Philosophen bringt es auf den Punkt: "Berne neigen dazu, immer flacher zu werden."
Nachstehend einige Texte aus dem 'Bote der Urschweiz', der fast täglich über den Bergsturz von Blatten berichtet:
Nachstehend unsere Reportage zum 'Goldauer Bergsturz' 1806, der eine Flutwelle im Lauerzersee bewirkte und diese dann Seewen mit voller Wucht traf: HIER der Link zur Reportage

















