14.05.2018 Hausgemachte Verkehrsmisere - Leserbrief
Leserbrief
Hausgemachte Verkehrsmisere
Jetzt ist sie also auch Vergangenheit, die Seebner Postfiliale an der Bahnhofstrasse 128. Für die Bevölkerung heisst dies: sich neu zu orientieren und vor allem organisieren. Denn je nachdem, welche Postdienstleistung in Anspruch genommen werden möchte, «muss» der Postkunde zur Hauptpost nach Schwyz pilgern. Dort wird er dazu beitragen, dass das Steisteg-Verkehrsproblem nicht kleiner wird... Gleiches ist künftig zur Situation auf dem Gelände des Bahnhofs in Seewen zu sagen. Auch dort ist die Verkehrssituation alles andere als vorteilhaft, findet der Kunde dort fast keine Parkplätze. Ergebnis: die Postkundenfrequenz wird mit Bestimmtheit zurückgehen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich die Post AG ganz aus Seewen verabschieden wird. Das wird weitere Auswirkungen auf das Dorfleben haben. «Alles» wird sich im Hauptort konzentrieren – vor allem der Verkehr. Die «Hauptörtler» werden unter der Verkehrssituation am meisten leiden. Dann sind wieder die Verkehrsplaner gefordert. Sie müssen Lösungen herbeizaubern. Es wird weitere Verlierer geben.
Ich kann und will nicht verstehen, dass die Politik hier nicht eingreift. «Dezentralisierung» hiesse das Zauberwort. Es kann doch nicht sein, dass das Leben nur noch im Zentrum stattfindet, in der Agglomeration dagegen nur noch geschlafen werden darf. Der Gemeinderat, aber auch der Bezirksrat und die Kantonsparlamentarier haben die Möglichkeit, staatseigene und staatsnahe Unternehmen via Bewilligungsweg dahingehend zu lenken, dass sie «dezentral» Arbeitsplätze anbieten. Die grossen Detailhändler haben erkannt, dass man auch «gschäfte» kann, wenn man zu den Kunden hingeht. Heisst: es werden in den kleinen Dörfern wieder Filialen eröffnet, weil man auch da Umsätze generieren kann. Und die grossen Banken bauen ihre Backoffice-Servicezentren auf dem Lande neu auf, weil sie gemerkt haben, dass dort preisgünstiger «gschäftet» werden kann als in den Städten bzw. Zentren.
Alles in allem hätte ein Umdenken den Vorteil, dass auch die Pendlerströme wieder abnehmen würden. Man würde im Dorf leben und arbeiten – wie früher. Die Oekobilanz würde sich nebenher auch enorm verbessern.
Peter Rickenbacher, Seewen
Angemerkt sei an dieser Stelle, dass der Kanton ausgerechnet vor dem Bahnhofsgebäude einen grossen Kreisel bauen will, um die Verkehrflüsse zu optimieren. Eine Antwort auf die Frage, wie die Fussgänger dann künftig sicher zum und vom Bahnhofgebäude gelangen sollen, diese konnte mir bis heute noch niemand geben.
13.05.2018 Ab 14. Mai nur noch beschränkte Postdienstleistungen
Die Postfiliale an der Bahnhofstrasse 128 in Seewen hat ihre Schalter für immer dicht gemacht
p. Sie fährt seit Jahren Riesengewinne ein, unsere „Die Post AG“. Nichts desto trotz, die Bevölkerung bekommt davon reichlich wenig ab. Im Gegenteil: trotz schwarzer Zahlen werden landauf landab Filialen geschlossen, der Zugang zu Postdienstleistungen immer stärker verunmöglicht. Begründet werden die Zweigstellen-Schliessungen mit „veränderten Marktgewohnheiten“. So eine Veränderung sei auch in Seewen feststellbar, weshalb die Postleitung beschlossen habe, die eigenständige Filiale zuzutun und nunmehr andernorts eine Filiale mit Partner zu betreiben. Diese Begründung lieferte das Unternehmen dem Gemeinderat Schwyz, der die Info vor Monaten mit Bedauern zur Kenntnis nahm… Am Freitag, dem 11. Mai 2018, punkt 18 Uhr wurde somit in Seewen ein weiteres Stück Postgeschichte geschrieben. Dann nämlich wurde die Tür zum Kundenraum letztmals geschlossen. Als letzter Kunde nahm alt-Einwohnerpräsident und Dorfhistoriker, Gastwirt Peter Rickenbacher, die Postdienste in Anspruch. Er gab zwei Briefumschläge ab und liess diese letztmals mit dem Seebner Poststempel abstempeln. Einer der zwei Briefe ging an die Post AG in Bern mit der Bitte, die zwei Seebner Poststempel hier im Dorf zu belassen, damit diese ein Plätzchen im geplanten Seebner Ortsmuseum erhalten. Ob die Post für diese kleine Bitte ein Gehör hat, das wird sich zeigen.
Mit nachstehendem Flyer, der vor Tagen in alle Seebner Haushaltungen geworfen wurde, wurde die Bevölkerung über die Pläne der Post AG informiert:
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Am 11. Mai 2018 kurz vor 18 Uhr wurden letztmals Briefe
am Postschalter an der Bahnhofstrasse 128 abgegeben.

Die letzte Briefsendung mit dem Seebner Poststempel ging – ans Gasthaus Kreuz,
den Betrieb, in welchem die erste „Seebner Postablage“ geführt wurde.
Das Gasthaus steht am ehemaligen Gotthardweg, auf welchem
die ehemaligen Postkutschen verkehrten und die Postsendungen im Entree
des Hauses abgaben.

Das Post-Team, welches am letzten Tage die Postdienstleistungen
an der Bahnhofstrasse 128 erbrachten:
v.l. Jeanette Kälin, Beat Schelbert und Esther Infanger.

Schluss: die Poststelle an der Bahnhofstrasse 128 in Seewen wurde – trotz
sehr guter Frequenzen – aus postpolitischen Gründen geschlossen. Jetzt
„müssen“ die Seebnerinnen und Seebner für die Beanspruchung des kompletten
Post-Dienstleistungsangebots nach Schwyz fahren.
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Seit dem 12. Mai 2018 wird eine beschränkte Zahl Postdienstleistungen im Bahnhofsgebäude
angeboten, und zwar in den Räumlichkeiten der Valora-Kioskgruppe.
Hinweis: Beachten Sie auch die Dorfnews-Meldungen zum Thema (6.5.2018 und vorhergehend)!








